|
Bei
herrlichem Spätsommerwetter (welch ein Glück wir fuhren ja mit Open
Air, denn:"Nur Weicheier fahren mit Verdeck", ging es dann über
Wasenberg, Neustadt, dann die erste Umleitungsstrecke um nach Kirchhain
zu kommen. Auch in Kirchhain gab es wieder einige Baustellen und so mußten wir uns durch beengte Gassen zwängen um an den Stadtrand zu kommen. Hier wurde eine kurze Pause eingelegt, Ladung überprüft, ein Blick auf die Karte und weiter ging es. Das Tagesziel war der Campingplatz Seck im Westerwald, gelegen zwischen Westerburg und Rennerod, um dort zu übernachten. Nach einigen Kilometern Fahrt bekamen wir die stolze Amöneburg linksseitig zu Gesicht. Zur rechten Seite die Lahnberge von Marburg mit dem Klinikum. Weiter gings durch den Ebsdorfergrund, an Heskem und Hachborn vorbei, um bei Staufenberg die vierspurige B3 zu unterqueren. Nach kurzer Fahrt verließen wir das Marburger Land und kamen in die Ausläufer des Westerwaldes, bei Ehringshausen wurde die A45 auch unterquert und die Richtung nach Mengerskirchen eingeschlagen. Auf dieser Strecke kann man bereits schon die herrliche Landschaft des Westerwaldes mit einer tollen Fernsicht die Höhenzüge und deren Wälder genießen. Gegen 20:30 Uhr in Seck angekommen (wir waren angemeldet), wurden wir herzlich vom Camp Team empfangen. Nach ca. 10 Std Fahrt auf den Jonny`s hatten wir Durst und Hunger bekommen, den wir in der CampKneipe bei Peter ausgiebig stillen konnten. Holger und Bodo hatten sofort Kontakt mit ihm aufgenommen, so verlebten wir einen spaßigen und fröhlichen Abend. |
| Am
nächsten Morgen, nach dem Frühstück, wurde die Fahrt fortgesetzt. Das
Ziel war der Campingplatz "Hinterhausen" in Gerolstein, im
Naturpark Vulkaneifel gelegen. Uns war klar das es eine anstrengender
Tag werden würde. Es sollte auch so sein. Von Seck herkommend, führte
die Strecke über Westerburg, Kaden, Selters, von Driedorf über die B413
nach Dernbach, dann über die A3 und auf der B256 nach Straßenhaus,
Richtung Rheinfähre Bad Hönningen / Bad Breisig. Bei diesem
Streckenabschnitt in Richtung Rheintal kommt das Gefühl auf, man sei in
den Alpen. Stundenlang durch Wald, Steigungen und Gefälle bis zu 12%,
steil abfallende Schluchten von ca. 20, 30 m und mehr Tiefe,
unmittelbar an der Straße und nur durch eine Leitplanke gesichert. Wir waren heilfroh, als wir gegen 12:30 Bad Hönningen und das Rheintal erreicht hatten und auf die Fähre fahren konnten, die uns zum anderen Rheinufer nach Bad Breisig brachte. Von dort ging es nun in die Eifel. Durch eine Umleitung mußten wir von der ursprünglich vorgesehenen Reiseroute etwas abweichen und legten die erste Rast bei Niederzissen ein. Als Panorama diente eine gewaltige Brücke die das Brohltal mit der A61 überspannt. |
|
Und nun kam das, was wir garnicht wollten, ich als Vordermann nahm eine Abfahrt zu früh von der B412 und so waren wir auf dem Weg nach Mayen, bis ich dies feststellte war es zu spät für eine Umkehr. Mir war bekannt, dass wir, wenn wir diese Stadt durchfahren haben, auf die B410 kommen, die nach Gerolstein führt. Mittlerweile setzte der Berufsverkehr in Mayen ein, dann mit so einer Karawane mit wechselten Ampeln und sich nicht verlieren, da schlägt der Puls schon etwas schneller. Bei der Auffahrt zur B410 angekommen, welch ein Schreck: das blaue Schild der Autoschnelltraße, wir durften also mit unseren Jonny`s nicht drauf! Gewendet, wieder zurück in die Stadt, ein freundlicher PKW- Fahrer hat uns dann auf den richtigen Weg gebracht. |
|
Nach
ca. 2,5 Std. Fahrt kamen wir dann etwas gestresst, und mit reichlicher
Verspätung auf dem Campingplatz Hinterhausen in Gerolstein an.
Auch hier wurden wir herzlich begrüßt. Da wir unser Kommen auch hier
angemeldet hatten, wurden wir noch gut verköstigt, obwohl offiziell die
Küche schon geschlossen hatte.
Weil wir am nächsten Morgen
nicht im Planwagen frühstücken wollten, buchten wir in der Camp
Gaststätte ein Frühstück mit "allen Schikanen", ja, und es war so
reichlich wie man es von einem fünf Sterne Hotel erwartet. |
| So
machten wir uns gut gelaunt und wohl gesättigt auf die letzte Etappe
nach Luxenburg. Wieder auf die B410, man kann auch sagen
"Hocheifelstraße", an der Stadt Prüm vorbei, ein ständiges Berg-und
Talfahren, typisch Eifel. Dann kam wieder eine Umleitung und mußten
eine Schleife von ca 15 km fahren, um wieder bei Arzfeld auf die 410 zu
kommen, denn diese B ist die direkte Verbindung nach Luxenburg. Die Tankuhren waren nun schon wieder Richtung Leer gefallen, Holger wechselte auch schon wieder die Gesichtsfarbe, half aber nichts und es wurde ein Tankstopp eingelegt, aber nur so viel das wir LUX erreichten, weil dort der Diesel wesentlich günstiger ist. Jetzt waren es nur noch ca. 20 km zur Grenze,aber die Freude wurde bald durch eine neuerliche Umleitung getrübt, wieder in die tiefste Provinz und ein Umweg von ca.20 km. Wir wurden aber durch die herrliche Weitsicht in dieser wunderbaren Landschaft dafür entschädigt. Nun kam der ersehnte Ort Dahnen, wo es rechts ab ging, in die Ausläufer der Ardennenn, noch ca.5 km zur Grenze. Wieder eine riesige Waldfläche, Serpentinen mit einer Gefällstrecke von 10%. Einfach Gigantisch! Unten in der Schlucht angekommen wird ein Bächlein überquert, und siehe da, das blaue Europaschild mit den 12 Sternen, hurra wir waren in LUXENBURG!! |
| So
wie wir runtergeschlichen waren, mußten wir auf der Luxenburger Seite
wieder hoch, hier mußten die Johnnies kräftig ran, um die Lasten
nach oben zu bringen. Endlich wurde es immer heller in den Bäumen, ja, die Sonne konnte man wieder sehen, eine ebene Landschaft lag vor uns und wir hatten nur noch ca. 15 km Wegstrecke nach Binsfeld, unserem langersehnten Ziel. Am Ortsrand von Binsfeld, und das war eine riesengroße Überraschung denn wir wußten nichts davon, erwarteten uns Andrea und Siggi. Die beiden, auch JD Fan`s und südlich von Hamburg zuhause, waren mit dem JD 3050 und Wohnwagen per Achse hierher gekommen, um mit uns ein paar schöne Stunden zu erleben. Die Beiden hatten den Platz des "Fahrerlagers" schon erkundet. Es gab sich viel zu erzählen und der Abend war einfach zu kurz. Auch Alfred Huet begrüßte uns und wünschte uns ein paar schöne gemeinsame Tage. Am Samstagmorgen wurde erst einmal gemeinsam im Wohntrakt des Museums ausgiebig gefrühstückt, drei von uns hatten da auch geschlafen, es fehlte an nichts, die Luxenburger Kollegen hatten den Kühlschrank für uns gut aufgefüllt. Dann ließen wir es langsam angehen, die Maschinen wurden abgeladen und in Position gebracht, Probelauf, die fast leeren Tanks mit günstigem Diesel (1,17€) gefüllt, die Jonny Fahnen und die unserer InteressenGemeinschaft gehisst, Holz fürs Lagerfeuer besorgt und der Grill angeworfen. Vorallem möchte ich Ralph erwähnen, ein Landwirt aus der Gegend, mit im Vorstand der Binsfelder Vereine, der einige Stunden mit uns verbracht hat und immer wieder (gern) zu uns kam. Die mehrfachen telefonischen Bitten seiner Frau, doch nach Hause zukommen, befolgte er nur ungern, es war einfach zu schön bei uns am Lagerfeuer. Und immer wieder Spaß und nette Gespräche mit uns und den Luxenburgern. Zwischenzeitlich wurden wir von Toralf Weber mit Frau (auch JD-Fan`s) überrascht, die, mit dem PKW, aus der Gegend von Leipzig gekommen waren, um auch bei diesem Spektabel dabei zu sein. Und alle guten Dinge sind drei: Doris hatte sich spontan in Niedervorschütz/Nordhessen ins Auto gesetzt und war alleine nach Luxenburg gefahren um ihren Wolfgang zu überraschen. Kompliment an Doris für ihr Selbstbewusstsein und Spontanität !! An diesem Samstagabend saßen wir noch viele Stunden am Lagerfeuer bis weit in die Nacht hinein, Andrea versorgte uns auch an diesem Abend wieder "wie bei Muttern" mit Leckereien vom Grill. |
| Am
nächsten Morgen war es dann soweit, wieder nach einem reichhaltigem
Frühstück im Museum wurden wir offiziell durch Alfred Huet, in
Anwesenheit des Agrar- und der Touristikministerin und weiterer Gäste
aus der Politik, herzlich begrüßt. Mittlerweile waren nun schon hunderte von "arbeitswütigen" Kartoffellesern (im Alter von 5 - 80 Jahren), die sich am Verkaufsstand für je 2,- € pro leerem Sack ausgerüstet hatten, um zur Tat zu schreiten. Diese konnten dann vollgelesen mit nach Hause genommen werden. Volker mit dem Lanz 1706 und Vorratsroder und ich mit dem Kartoffel-Alldog und vielen weiteren Erntemaschinen begannen zu roden, um die Kartoffelgier dieser Leute zu stillen. Ein Anblick , den wir so schnell nicht vergessen werden, man hatte den Eindruck es herrsche akute Hungersnot. Auch die allerkleinste Kartoffel wurde aufgelesen. Innerhalb von wenigen Stunden war die Fläche von ca.0,75 ha geerntet. Nach diesem Spektakel strömten die Menschenmassen in das riesige Zelt um zu essen, trinken und zu feiern. Selbst das Pferdegespann, das vor kurzen noch den Roder gezogen hatte, stand jetzt seelenruhig im Zelt in der Nähe der Theke, während dle Gespannführerin sich den Kartoffelstaub mit Bier von seinem Gaumen spühlte. Man kann davon ausgehen das die Belgischen Kaltblütler nicht zum ersten mal vor der Theke standen. Auch wir wurden als die Jonnie-Fan`s aus Deutschland mit dem " Lebt denn der alte Holzmichel noch" vom Kapellmeister begrüßt, eine Polinese durchs Zelt war dann die Folge. Holger hatte diese Aktion wieder einmal eingefädelt, dafür ist er halt bekannt! So vergingen diese herrlichen Stunden im Festzelt, bis zum frühen Morgen, viel zu schnell vorbei! Nach
dem Katerfrühstück am Montag wurde noch das Museum von Binsfeld, unter
Johns sachkundiger Führung, und ein landwirtschafzlicher
Lohnunternehmer im Nachbarort, der eine umfangreiche Oldtimersammlung
hat, mit dem Planwagen besichtigt, um dann die Heimreise anzutreten.
Da wir auf der Hinreise gute Erfahrungen mit den Strecken und Campingplätzen gemacht hatten, entschlossen wir uns die gleiche Route wieder zurück zu fahren. Einen Abstecher zumTeil des Nürburgrings wurde sich noch gegönnt. |
| Nach
drei Tagen Heimreise, also am Mittwoch, dem 06. September 2011, gegen
16:30 Uhr, hatten wir es geschafft und sind zu Hause in Waltersbrück
ohne Pannen und Ausfälle angekommen. "Zuverlässigkeit ist unsere Stärke" ja, das war mal ein JD-Werbeslogen, der sich bei unserem Abenteuer bewahrheitet hat! Fazit : Eine tolle Fahrt mit unseren Johnnies, mit vielen positiven Erlebnissen und Begegnungen. Sei es auf den Campingplätzen oder auf der Fahrt durch die herrliche Landschaften und deren Dörfern, die Menschen die mit freundlichen Gesten eine Gute Fahrt wünschten. So etwas würde man auf einer Autofahrt nie erleben!!! Ganz besonders die Gastfreundschaft der Luxenburger Kolleginnen und Kollegen, wir haben uns sofort sehr wohl gefühlt. Auch das Cromperefest, dessen Organisation und die Kartoffel-Euphorie der Besucher werden wir so schnell nicht vergessen. Wir sind als Fremde gekommen und als Freunde gefahren, es war einfach schön!!!! Eine Abenteuerfahrt für 2012 ist in Planung. |
| Ein
paar Zahlen zum Schluss: Wir haben eine Strecke von ca. 820 km zurückgelegt, bei
einer Fahrtzeit von insgesamt ca. 50 Std., ergibt das eine durchschnittliche Geschwindigkeit von ca. 16,4 km/h. Der Kraftstoffverbrauch lag bei ca. 26
Liter pro 100 km.
|