John
Deere wurde am 7. Februar
1804, in Rutland, Vermont als fünftes Kind von William und
Sarah
Deere geboren.
Die Eltern waren 1790 nach Rutland gekommen und
siedelten 1806 nach Middlebury in Vermont um, wo beide
im Schneiderhandwerk arbeiteten.
1808 segelte William
Deere nach England, in der Hoffnung, ein für sein neues
Geschäft
dringend benötigtes Vermögen zu erben. Am 26. Juni sandte er
einen
Brief an seinen Sohn. Danach wurde nie wieder etwas von ihm
gehört. Die Familienlegende weiß zu berichten, dass er
sicher in
England ankam, ihm auf der Rückreise auf See aber etwas zu
stieß.
Sarah Deere führte das Familiengeschäft fort und tat ihr
Bestes, ihre fünf Kinder groß zu ziehen. Da der
Familie
wenig Geld zur Verfügung stand, verließen die Kinder
früh ihr
Zuhause
sobald sie arbeitsfähig oder in der Lage waren, einen Beruf zu
erlernen.
1821, mit 17
Jahren, begann John eine Lehre bei Captain
(hier warscheinlich ein Offiziersrang) Benjamin Lawrence, dem
ortsansässigen Schmied. Nachdem er seine Lehre 1825
beendet hatte, trat er eine Stelle als Handwerksgeselle in der
Schmiede von David Wells und Ira Allen an.
Sarah Deere starb 1826.
John heiratete ein Jahr später Demarius Lamm aus der nahe
gelegenen
Stadt Hancock. Sie zogen nach Vergennes, wo John bei dem
dortigen Schmied arbeitete. 1828 zogen sie erneut um, dieses
Mal nach Salisbury in Vermont.
Hier wurde ihr erster Sohn,
Francis Albert, geboren. Vermutlich nahm John zu dieser Zeit eine
Arbeitsstelle in der Briggs Schaufel-Fabrik in Salisbury
an, denn er
hatte sich auf die Herstellung von Werkzeugen spezialisiert.
Bereits
1829 eröffnete John Deere sein eigenes Geschäft in Leicester,
zwei
Brände führten aber zur Verschuldung.
Eine Tochter, Jeannette,
wurde 1830 geboren. Ein erneuter Umzug führte dieses Mal
nach
Royalton, Vermont.
In Royalton arbeitete John Deere für Amos
Bosworth im Postkutschenbau und half hier warscheinlich, den
ausgefallenen Eisenbeschlag, wie er damals bei Postkutschen verwendet
wurde, her zu stellen.
1832 wurde er Vater einer weiteren
Tochter, Ellen Sarah.
Etwa 1800 begann in Royalton, wie in
vielen anderen Städten auch, die Erschließung des Westens
und John
Deere hatte von auswandernden Farmern und Handwerkern viele
Erzählungen über die Weite des Westens gehört. Es gab
aber auch
ebenso Berichte von heimwehkranken Kolonisten, Geschichten von den
unvorstellbaren Strapazen, von Verschuldung, von großer
Kälte und
Hitze sowie den Schwierigkeiten, den Prärieboden urbar zu machen
und
zu bearbeiten.
In Royalton sparte John genug Bargeld zusammen, um
nach Hancock, der Heimatstadt seiner Frau, zu gehen. Dort arbeitete
er wieder als Schmied und erwarb den Ruf, ein sorgfältiger und
peinlich genauer Handwerker zu sein.
Allerdings waren die
wirtschaftlichen Voraussetzungen im Vermont der 1830er Jahre
eher schlecht. Dieser Wirtschaftsabschwung, bekannt als die Panik von
1837 wurde, wurde in erster Linie durch die Tatsache verursacht, dass
Vermont fast völlig von der Schafzucht abhängig war und die
Industrie eine untergeordnete Rolle spielte. Der Markt war
gesättigt,
und es gab kein Raum für Wachstumsindustrien.
Die
Wirtschaftsprobleme des Ostens waren aber nur eine Ursache für
die Wanderung nach Westen. Neue Transportmöglichkeiten waren
geschaffen worden. Der Erie Kanal wurde 1825 eröffnet und die
Preise
der Dampfschiffstransporte fielen, weil die Eisenbahn begann,
Konkurrenz anzubieten. Außerdem endeten gegen 1832 die
Indianerkriege mit der Kapitulation Häuptling Black Hawks. Alle
diese Dinge förderten die Wanderung nach kürzlich
geöffnetem
Westen.
Leonard Andrus, ein Freund von John Deere, wurde
1835 der erste Siedler in Grand Detour, Illinois. Andrus und seiner
zwei Vettern eröffneten dort eine Säge- und eine
Schrotmühle. Amos
Bosworth, Johns Arbeitgeber in Royalton, besuchte 1836 Grand Detour
und kehrte nach Vermont zurück, um andere für den Westen
zu
begeistern.
Im November 1836 ging John Deere zu seinen
Freunden in Illinois und ließ seine Frau und vier Kinder in
Vermont
zurück. Er war 32 Jahre alt und startete einen Neubeginn mit
$73,73
und den Werkzeugen, die er von seinem Arbeitgeber in Hancock
kaufte.
Während seines ersten Jahres im Grand Detour
errichtete John Deere eine damals einzigartige Schmiede, in der
ein
Pferdegöpel die Schmiedebälge antrieb. Er
produzierte für die damalige Zeit ausgezeichnete
Arbeitsgeräte und sein Ansehen wuchs.
Und
er stellte seine Produkte den Händlern in der Prärie
vor,
die
diese dann weiter verkauften, während er auf den Direktverkauf
verzichtete.
Die Idee dieser Art des Lagerverkaufs über
Zwischenhändler war neu im amerikanischen Geschäftsleben.
Vorher
war es gang und gebe, Einzelanfertigungen auf Bestellung her zu
stellen.
Nachdem John sich in seiner neuen Heimat etabliert
hatte, baute er ein Haus für seine Familie. Demarius war schwanger
bei seiner Abreise aus Vermont. Die Familie erreichte Grand Detour zu
Ende des Jahres 1853. Sie kamen mit dem Fuhrwerk und brachten des
Rest ihres Eigentums mit. Sie kamen, um zu bleiben. Johns Sohn,
Charles Henry Deere, war ein Jahr alt, als John ihn zum ersten mal
sah.
Die frühen Siedler in Illinois rodeten das Waldland für
ihre Bauernhöfe, wie ihre Vorfahren es im Osten auch getan hatten.
Sie folgerten, dass, wenn auf dem Land keine Bäume wachsen
könnten,
es auch nicht "stark" genug für Feldfrüchte wäre.
Es
war für sie nicht ersichtlich, dass die faserartigen Wurzeln der
Präriegräser jahrhundertelang reichen Humus produziert
hatten (und diese auch gegen Erosion schützten, siehe 30er
Jahre 20JH).
Die
Pioniere fanden schnell heraus, dass sie für die Kultivierung
eines
gleichgroßen Geländestücks, für das sie in der
Prärie einen Tag
brauchten, die Siedler im Waldland ein ganzes Jahr
benötigten.
Der erste Schritt, wenn man das zu erschliesende Land für
die Bearbeitung vorbereitete, wurde "Prärie brechen",
sinngemäß auflockern, genannt, und die
meisten Landwirte
bewerkstelligten dies mit schwerem Gerät und vier bis sechs Ochsen
im Joch. Diese Methode wurde bis in die 1850er Jahre
angewendet.
John Deere's Pflug war die wichtigste Erfindung zur Lösung
des Problems, das im zweiten Jahr des Pflügens auftraten. Denn der
reiche, feuchte Humus klebte am Pflugschar fest.
Es
gibt einige Geschichten darüber, wie John Deere seinen ersten
selbstreinigenden Pflug in Handarbeit anfertigte. Die bekannteste
Version schreibt seine Erfindung einem defekten Sägeblatt zu, das
John an Leonard Andrus Sägemühle fand und aufhob. Die
Stahlgüte dieses Sägeblatts aus England übertraf die
Güte der ansonsten verwandten heimischen Stähle.
Er nahm es
mit zu seiner Schmiede, wo er es nach seinen Ideen und Erkenntnissen
formte und polierte. Als es fertig
war, ging er zu Lewis-Crandalls Bauernhof, seiner Schmiede
gegenüber gelegen auf der anderen Seite des Rock River, und
führte es dort den skeptischen Landwirten vor.
Es funktionierte! Und schnitt eine saubere Furche in den schwarzen,
schmierigen Bodens, ohne das dieser am Streichbrett des Pflugs
anhaftete.
Nach diesem Erfolg spezialisierte sich John Deere
schnell auf die Herstellung von Pflügen. Ende der 1840er ging er
nach Moline in Illinois am Mississippi. Verbesserte
Transportmöglichkeiten waren der Hauptgrund, sein wachsendes
Geschäft mit Pflügen nach hier zu verlegen.